Methodik der Prüfungen von Bodenbelägen für die Tierhaltung

Die Prüfgrundlage

Für die Verleihung des Prüfzeichens DLG-ANERKANNT können einzelne Prüfungen in den Kriterien Verformbarkeit/Elastizität, Dauertrittbelastung, Abriebfestigkeit, Rutschfestigkeit, Säurebeständigkeit und/oder Reinigungsbeständigkeit durchgeführt werden. Die Messungen werden auf Prüfständen und im Labor des DLG-Testzentrums durchgeführt. 

Für das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT „GESAMT-PRÜFUNG“ werden die Bodenbeläge zusätzlich im Praxiseinsatz in den Kriterien Handhabung/Verlegung, Maßhaltung, Haltbarkeit und die tierbezogenen Kriterien Tierverhalten (Liegen, Aufstehen, Abliegen, Laufen) und Tiergesundheit (Gelenksbonitierungen bei Belägen für Liegeflächen) geprüft. 

Prüfgrundlagen sind der DLG-Prüfrahmen für elastische Stallbodenbeläge, Stand Dezember 2022 und DIN 3763:2022-08 (Elastische Stallbodenbeläge im Lauf- und Liegebereich von Rindern und Milchkühen – Anforderungen und Prüfung) bzw. DIN 7861:2024-04 (Elastische Stallbodenbeläge im Bewegungs-, Ruhe- und Liegebereich von Pferden – Anforderungen und Prüfung).

Das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT „BTS-Rindvieh“ (Schweizer Förderprogramm „Besonders tierfreundliche Stallhaltung“) umfasst Gelenksbonitierungen und Verhaltensbeobachtungen beim Aufstehen und Abliegen in drei Praxisbetrieben sowie die Messung der Verformbarkeit und Elastizität auf Prüfständen des DLG-Testzentrums Technik und Betriebsmittel. Die Datenerhebung und Auswertung erfolgen gemäß „Anforderungen des BTS-Programms betreffend verformbare Liegematten für die Tiere der Rindergattung“ (Verordnung über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft vom 23. Oktober 2013, Anhang 6) und DIN 3763:2022-08 (Elastische Stallbodenbeläge im Lauf- und Liegebereich von Rindern und Milchkühen – Anforderungen und Prüfung).

Die Prüfung zur Verleihung des DLG-QUALITÄTSSIEGELS „PAK unbedenklich“ umfasst die Messung der Migration von PAK auf Tenax. 

Die Prüfgrundlagen sind der Projektbericht PAK aus Stallmatten vom 08.08.2018 des Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Freising, sowie DIN 3763:2022-08 (Elastische Stallbodenbeläge im Lauf- und Liegebereich von Rindern und Milchkühen - Anforderungen und Prüfung) und DIN 3762:2022-07 (Stallbodenbeläge – Bestimmung der Migration polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK)).

Die Methode

Dauertrittbelastung

Mit der Dauertrittbelastung wird geprüft, wie gut ein Bodenbelag Belastungen im Stallalltag aushält. Dafür werden Liegeflächen mit 100.000 Tritten und Laufflächen mit 250.000 Tritten wiederholt mit einem Prüfkörper belastet. Je nach Tierart kommen entsprechenden künstliche Füße zum Einsatz, die die Belastung durch Rinder, Pferde oder Schweine nachbilden.

Verformbarkeit und Elastizität

Diese Prüfung zeigt, wie stark ein Bodenbelag unter Belastung nachgibt und ob er danach wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt. Sie wird im Neuzustand und nach der Dauertrittbelastung durchgeführt. Auch hier kommen je nach Tierart und Verwendungszweck entsprechende Prüfkörper zum Einsatz, die die natürlichen Belastungen möglichst realitätsnah nachbilden.

Rutschfestigkeit

Mit der Rutschfestigkeitsprüfung wird untersucht, wie sicher Tiere auf dem Bodenbelag gehen können. Dazu wird ein zur Tierart passender künstlicher Fuß über das Prüfmuster gezogen und der Reibbeiwert gemessen. Zum Einsatz kommen entsprechende Nachbildungen für Rinder, Pferde oder Schweine.

Säurebeständigkeit

Es wird untersucht, wie der Bodenbelag auf typische Säuren aus Futter und Exkrementen sowie auf handelsübliche Desinfektionsmittel reagiert. Die Prüfung erfolgt als Dauertauchversuch gemäß DIN EN ISO 175:2000 (Verhalten von Kunststoffen gegen flüssige Chemikalien).

Dafür werden Proben über festgelegte Zeiträume vollständig in die jeweiligen Prüfmedien eingetaucht. Nach der Prüfung werden die Proben gespült und getrocknet. Vor und nach dem Eintauchen werden mögliche Veränderungen an Gewicht, Abmessungen und Härte erfasst.

Zusätzlich wird die Oberfläche auf sichtbare Veränderungen untersucht.

Bewertet werden beispielsweise Glanzverlust, Farbveränderungen, Quellung, Zerstörung oder Kristallbildung. Wasser dient dabei als Vergleich.

Abriebfestigkeit

Bei der Abriebprüfung wird untersucht, wie widerstandsfähig die Oberfläche gegenüber Reibung ist. Dazu wird der Bodenbelag mit einem definierten Schleifmittel bearbeitet. Während der Prüfung wird die entstehende Reibungswärme abgeführt um realistische Werte zu erhalten.

Reinigungsbeständigkeit

Es wird geprüft, wie der Bodenbelag auf die Reinigung mit einem Hochdruckreiniger reagiert. Dabei wird ermittelt, aus welchem Abstand mit einer Flachstrahldüse und einem Dreckfräser gearbeitet werden kann, ohne dass Schäden am Belag entstehen.