Die Prüfgrundlage
Der DLG-ANERKANNT-Test kann einzelne Prüfungen zu den Kriterien Verformbarkeit und Elastizität, Dauertrittbelastung, Abriebfestigkeit, Rutschfestigkeit, Säurebeständigkeit und/oder Reinigungsabstand umfassen. Je nach gewähltem Prüfprogramm werden die entsprechenden technischen Messungen auf Prüfständen und im Labor des DLG-Testzentrums durchgeführt. Prüfgrundlage ist der DLG-Prüfrahmen für elastische Stallbodenbeläge, Stand Dezember 2018 und DIN 3763:2022-08 (Elastische Stallbodenbeläge im Lauf- und Liegebereich von Rindern und Milchkühen – Anforderungen und Prüfung).
Der DLG-Anerkannt-Test „BTS-Rindvieh1“ umfasste Gelenksbonitierungen und Verhaltensbeobachtungen beim Aufstehen und Abliegen in drei Praxisbetrieben sowie die Messung der Verformbarkeit auf Prüfständen des DLG Testzentrums Technik und Betriebsmittel. Die Datenerhebung und Auswertung erfolgten gemäß „Anforderungen des BTS-Programms betreffend verformbare Liegematten für die Tiere der Rindergattung“ (Verordnung über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft vom 23. Oktober 2013, Anhang 6) und DIN 3763:2022-08 (Elastische Stallbodenbeläge im Lauf- und Liegebereich von Rindern und Milchkühen – Anforderungen und Prüfung). Andere Kriterien wurden nicht untersucht.
Die Prüfung zur Verleihung des DLG QUALITÄTSSIEGELS umfasste die Messung der Migration von PAK auf Tenax. Die Prüfgrundlage war der Projektbericht PAK aus Stallmatten vom 08.08.2018 des Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Freising, sowie DIN 3763:2022-08 (Elastische Stallbodenbeläge im Lauf- und Liegebereich von Rindern und Milchkühen - Anforderungen und Prüfung) und DIN 3762:2022-07 (Stallbodenbeläge – Bestimmung der Migration polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK)).
Verformbarkeit und Elastizität
Die Verformbarkeit wird im Neuzustand und nach der Dauertrittbelastung durch Kugeleindruckversuche mit einer Kalotte (r = 120 mm) und einer Eindringkraft von 2.000 N (entspricht ca. 200 kg) gemessen. Die Messungen erfolgten mit dem mobilen Comfort Control Rutschfestigkeitsprüfstand des DLG-Testzentrums.
Ein mit 10 kg belasteter Kunststofffuß aus Polyamid (105 mm Durchmesser, Aufstandsfläche etwa 70 cm², 3 mm breiter Ring an der Peripherie der Sohle, der die übrige Fläche 1 mm überragt) wurde mit einer Geschwindigkeit von 20 mm/s über die Prüfmatte gezogen.
Rutschfestigkeit
Der Abschnitt zur Rutschfestigkeit ist im Prüfbericht direkt mit der Beschreibung des Prüfstands im Abschnitt „Verformbarkeit und Elastizität“ verbunden.
Dauertrittbelastung
Die Messung der Dauertrittbelastung erfolgt mit 100.000 Wechselbelastungen bei 10.000 N (entspricht ca. 1.000 kg) auf einem Prüfstand mit einem runden Stahlfuß. Der Stahlfuß ist als „künstlicher Kuhfuß“ den natürlichen Gegebenheiten nachempfunden. Der Fuß hat einen Durchmesser von 105 mm und somit eine Aufstandsfläche von 75 cm². Der Tragrand der Klaue wird durch einen 5 mm breiten Ring an der Peripherie der Sohle, der die übrige Fläche 1 mm überragt, simuliert.
Säurebeständigkeit
Prüfmuster des Deckbelages wurden im Dauertauchversuch gemäß DIN EN ISO 175:2000 (Verhalten von Kunststoffen gegen flüssige Chemikalien) untersucht. Als Prüflösungen wurden im Stall häufige Futter- und Exkrementsäuren sowie handelsübliche Desinfektionsmittel verwendet.
In der Prüfung wurden 30 mm ×\times× 30 mm große Probestücke des Deckbelages in das jeweilige Prüfmedium für einen Zeitraum von 24 Stunden und 28 Tagen bei einer Raumtemperatur von 20 °C komplett eingetaucht. Die Prüflösungen wurden beim 28-Tage-Versuch wöchentlich gewechselt.
Nach Versuchsende wurden die Prüfkörper mit destilliertem Wasser abgespült und 24 Stunden getrocknet. Vor und nach dem Eintauchen wurden Gewicht, Abmessungen und die Shorehärte (Shore A) gemessen.
Zusätzlich erfolgte eine Bewertung der Oberfläche bezüglich visueller Veränderungen, wie Glanzverlust, Farbveränderungen sowie Quellungs- oder Zerstörungserscheinungen und Kristallbildung. Alle Prüfkörper wurden im Vergleich zum Standard Wasser bewertet.
Abriebfestigkeit
Beim Abriebtest wird der Bodenbelag mit Schmiergelleinen (Körnung 280) bei einer Auflagekraft von 500 N (= 8,13 N/cm² Flächenpressung) gerieben. Um einen Einfluss der bei der Reibung erzeugten Wärme auf den Reibvorgang auszuschließen, wird das Reibelement kontinuierlich mit Wasser gekühlt. Die Größe der geriebenen Fläche im Test betrug 61,5 cm².