Das Marktumfeld ist derzeit so herausfordernd und angespannt wie seit Langem nicht mehr. Der Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormus treiben die Preise für Dünger und Energie auch in Deutschland und Europa massiv in die Höhe. Für die landwirtschaftlichen Betriebe bedeutet das: Zum anhaltenden Strukturwandel treten zusätzliche, teils existenzielle Belastungen hinzu.
Die Spannungen rund um die Straße von Hormus zeigen, wie fragil globale Ernährungssysteme sind – und wie schnell geopolitische Krisen vom Acker bis zur Supermarktkasse durchschlagen. Ana Bojadjievska fordert in ihrem Gastkommentar, den Tagesspiegel Background zuerst veröffentlichte, ein Umsteuern.
Im Fokus stehen konkrete Einblicke in Marktentwicklung und Geschäftschancen, Erfahrungen aus der interkulturellen Zusammenarbeit zwischen den Regionen.
Der Krieg im Iran macht Dünger in diesem Frühjahr noch teurer, als er ohnehin schon ist. Hinter der Spätdüngung beim Weizen stehen daher Fragezeichen. Wenn etwas knapp wird, dann wird das proteinreicher Weizen sein.
Der Knoten ist geplatzt. Bis 2027 soll eine hochrangige Expertengruppe ein Düngegesetz auf den Weg bringen. Die "Roten Gebiete" sollen verschwinden, dafür könnte es rote Betriebe nach dem Verursacherprinzip geben.
Die Preise für Düngemittel laufen völlig aus dem Ruder. Vor der Straße von Hormus liegen Schiffe mit 1 Mio. t Düngern fest. Die dritte Qualitätsgabe kann teuer werden.
Nach der Sperrung der Straße von Hormus und dem Stopp von Erdöl- und Gas-Lieferungen aus der Golfregion steigen die Preise. Hinzu kommen Stilllegungen von Produktionsanlagen von Ammoniak und Harnstoff in den Kriegsgebieten.
Chance oder Risiko? Das ist die zentrale Frage hinter den Abkommen mit den Mercosur-Ländern, mit Indien und auch langfristig mit den Wirtschaftsbeziehungen zur Ukraine.
In dieser Episode des DLG-Podcasts geben wir Einblicke in die Ziele des APD Ukraine und analysieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Agrar- und Ernährungssektoren auf beiden Seiten.